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Natur wird im Ostertal wieder groß geschrieben. Das war nicht immer so. In den 30er Jahren des vorigen Jahrhundert wurde die Oster (auch als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gedacht) besonderns im Mittellauf begradigt, um so mehr landwirtschaftliche Fläche zu gewinnen. Noch in den 60er Jahren wurde sie im Oberlauf bei Oberkirchen kanalisiert (Beginn etwa vor dem Viadukt der Westrichbahn und Austritt hinter dem Sportplatz). Dem Wirken des “Bund Naturschutz Ostertal” ist es zu verdanken, dass in den 90ern dann eine Renaturierung der Oster zwischen Haupersweiler und Osterbrücken bis Neumühle durchgeführt wurde. Seit einigen Jahren nun wird durch den Bau von Kläranlagen die Oster auch wieder sauberer. Derzeit entsteht in Saal hinter dem Friedhof eine Kläranlage, welche die Ostertalgemeinden Marth, Niederkirchen, Saal u. Bubach betreut. Osterbrücken und Werschweiler und Dörrenbach besitzten bereits ihre Kläranlagen, sodass hier nur noch geklärte Abwässer in die Oster geleitet werden.
Heute kann man von Osterbrücken bis zum Ortsteil Neumühle auf einem Naturlehrpfad wandern, der Weg ist auch Teil des Saarland-Radweges. Ein anderer, aber sehr interessanter Wanderweg ist der Mühlenwanderweg, beginnt am Ortsausgang Fürth und führt rechtsseitig durch das naturbelassene Ostertal zur Hanauer Mühle. In diesem Streckenabschnitt durchfließt die Oster eine wirklich total naturbelassene Landschaft. Selbst das Hochwasser kann sich hier austoben und tiefe Ausbuchtungen in die Uferschleifen hineingraben. An der Hanauer Mühle angelangt, wird das Ostertal verlassen, man kommt aber wieder zurück nach Fürth an den Ausgangspunkt.
Ich zeige hier in einigen Fotoalben wie ich die Naturlandschaft “Ostertal” mit all seinen Pflanzen und Tiere sehe und erlebe. Diskussionen, Anregungen und Hinweise bitte ins Forum schreiben. Die Alben werden demnächst fertiggestellt, hier mal ein paar Foto´s als Vorabinfo.
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Die Insektenvielfalt ist enorm, man muss nur genau oder richtig hingucken. Achtlos geht man durch die Gegend, an Sträuchern und Hecken vorbei und erkennt seine Umwelt nicht. Aber wer schaut einer Kartoffelrose (wächst vielfach auch an den Seitenbegrenzungen an den Autobahnen)schon in die Blüte und sieht eine “veränderliche Krabbenspinne”. Diese, ca. 15 mm große Spinne ist das “Chamäleon” unter den Spinnen. Sie kann ihre Farbe verändern, trägt oft am Hinterleib noch eine rote Binde, kann auch grünlich erscheinen, je nachdem wie sie es braucht. Hier ein Weibchen, welches die gelbe Farbe des Pollens angenommen hat und hier auf ihre Beute wartet. Blitzschnell greift sie anfliegende Insekten (Schwebfliegen, Bienen, Wespen) mit ihren starken langen Vorderbeinen und tötet diese mit ihrem Giftbiß. Dieser Spinne habe ich ein extra Album angelegt. Das Männchen, hier fast kaum erkennbar rechts oben im Blütenblatt ist nur ca. 3 mm groß und grau.Die Spinne wurde mit einem Tele 300 mm (Macro 1:2) aufgenommen, Entfernung ca. 95 cm. Das Tier benötigt einen Fluchtraum, den man mit Nahlinsen nicht mehr einhalten kann. Leider hab ich von den Männchen kaum Aufnahmen
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Leider ist von der Vielfalt der Vogelwelt, so wie ich sie als Kind noch erlebt habe, nicht mehr viel übrig geblieben. Früher flogen noch Schwalben um die Häuser (mit der Option, dass sie auch unter dem Dachvorstand bauen durften), die Sperlinge oder Spatzen zankten sich um jeden Krümel, den man ihnen hinwarf. Jedes Kind kannte Rotkehlchen, Dompfaff und Meisen. Erst wenn man welche fotografieren will, merkt man, dass viele Vogelarten nicht mehr in der Nähe der Häuser zu finden sind.
Nebenan eine Amsel. Von Ihnen nisten einige Paare in meinen ca. 20 m hohen Tannen vor dem Hause. Morgens und abends trällern sie ihre Liedchen, tagsüber hüpfen sie auf dem Rasen vor dem Hause rum. Mit dem Gehüpfe übertölpern sie Regenwürmer, denen sie Regentropfen vortäuschen. Regenwürmer können in ihren Höhlen regelrecht ersaufen, wenn sie diese nicht verlassen. Kommt dann einer aus dem Boden, ist es um ihn geschehen. Auch Amseln haben Hunger. Diese hier hab ich mit dem Tele aufgenommen, Entfernung ca. 4 m.
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Wer kennt diese Pflanze/Blume. Unbemerkt hat sich diese Blume bei mir am Haus an einem schattigen Platz vor Jahren angesiedelt. Regelmäßig blüht sie jährlich Ende Juli bis in den August hinein.
Die Pflanzenwelt erholt sich in dem renaturiertem Tal und insbesondere in den Nebentälern ernorm. Gerade in den Nebentälern, ich erwähne hier das Dom- und Tiefenbachtal, wo heute so gut wie keine Landwirtschaft mehr betrieben wird (früher wurden hier regelmäßig die Wiesen gemäht) kommen auch seltene Pflanzen wieder zurück. Meine Foto´s stammen derzeit aber mehr von Straßen- und Wegerändern, da es auf 5 m Straßenrand mehr zu fotografieren gibt, als man vorher denkt. Man muss eben nur richtig hinschauen. Ein Teleobjektiv mit Macroeinstellung sieht eben mehr.
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Erlenzeisig: ein ca. 12 cm großer (kleiner) Vogel, der in Mitteleuropa anzutreffen ist. Sein Nest baut er gern in hohen Fichten, ernährt sich mit Vorliebe von Erlensamen, gern auch Birkensamen und was sonst noch auf Nadelbäumen zu finden ist.
Ich habe diesen kleinen Vogel in Schwärmen von bis zu 20 Vögeln beiderlei Geschlechts an meinen Winterfutterplatz erleben können. Dabei haben sie mit Vorliebe die Netze mit Walnüssen aus eigener Ernte angenommen. Ihr Bedarf lag schon nach wenigen Tagen bei 3 Netzen (die Netze habe ich von vorher aufgehängten Erdnussstangen, welche sie auch ratzfatz vertilgt hatten) pro Tag.
Dieser Vogel wird auch gern gezüchtet. Wenn man Glück hat, kann man sogar einen beringten Vogel sehen. Ich hatte zwar dieses Glück, allerdings beim Fotografieren ging alles so schnell, das Licht war auch nicht optimal, sodass das Objekt auf dem Foto zu verwackelt ist und für eine Veröffentlichtung nichts taugt.
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Das ist Hugo, der Eichelhäher. Eigentlich gehören die Walnüsse von unserem Baum den Eichhörnchen, aber auch er braucht einen Wintervorrat. Eichelhäher legen sich tatsächlich ein Winterdepot an, sie verbuddeln Eicheln (daher der Name), Nüsse, Beerenfrüchte etc. im Boden, legen sich auch Vorratskammern in Baumhöhlen an. Dank ihres außerge- wöhnlichem Orientierungssinn finden sie stets wieder zu ihren Vorräten. Eichelhäher werden bis zu 35 cm groß und haben ein Gewicht von rd. 170 g.
Während der Brutzeit stehen auch Mäuse, Larven, Käfer u. Würmer auf dem Speiseplan; leider auch Eier und Jungvögel aus unseren Gärten. Es gibt allerdings keinen Nachweis dafür, dass der Eichelhäher zur Bestandsminderung der Singvögel beigetragen hat, da muss sich der Mensch schon eine andere Ausrede einfallen lassen.
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